Projekt

Ausbau der HelgolÀnder HÀfen

AmrumBankWest GmbH / EON Esset / RWE Meerwind / WindMW HC Hagemann Hafenprojektgesellschaft Helgoland

Mit ihrer Lage rund 40 km vor der deutschen NordseekĂŒste eignet sich Helgoland besonders gut als Servicehafen fĂŒr den Betrieb und die Wartung von Offshore-Windparks in der deutschen Nordsee. Das SĂŒdhafengelĂ€nde und Teile des Vorhafens werden dazu gegenwĂ€rtig zu einer Service- und Betriebsstation ausgebaut. Auf circa 10.000 mÂČ entstehen ServicegebĂ€ude sowie Werk- und Lagerhallen.

Übergeordnetes Ziel ist die Erstellung eines funktionsfĂ€higen Servicehafens fĂŒr die benachbarten Offshore-Windfelder im sogenannten „HelWin-Cluster“ bis Winter 2014/2015. WĂ€hrend der Baumaßnahmen sollen Natur und Tourismus so wenig wie möglich beeintrĂ€chtigt werden. DarĂŒber hinaus beabsichtigt die Hafenprojektgesellschaft Helgoland, bereits jetzt das Vorhaben „Offshore-Service-Insel Helgoland“ in den touristischen Betrieb zu integrieren. Dass sich Tourismus und Bau nicht wehtun, sondern vielmehr ergĂ€nzen, zeigt sich am bisherigen Interesse der InselgĂ€ste an der aktuell laufenden Baureifmachung auf dem SĂŒdhafengelĂ€nde und den angebotenen Ausflugsfahrten zum Offshore- Windpark „Alpha Ventus“.

Den Wirtschaftsstandort Helgoland stÀrken

Das Projekt „Ausbau der HelgolĂ€nder HĂ€fen“ will der Insel Helgoland einen Weg in eine wirtschaftlich nachhaltige Zukunft ermöglichen. Bisher beruhte die wirtschaftliche Zukunft der Insel auf den Bereichen Forschung und Tourismus.

Mit den Anfragen der Offshore-Windparkbetreiber ab FrĂŒhjahr 2009, sich auf Helgoland anzusiedeln, bietet sich nun fĂŒr die Insel die historische Chance, neue Unternehmen nach Helgoland zu holen und langfristig zu binden. Dazu werden große Areale des SĂŒd- und Binnenhafens neu bebaut, umgebaut und modernisiert. HierfĂŒr waren und sind zahlreiche wasser- und landseitige Bau- und Sanierungsmaßnahmen notwendig.

SĂŒdkaje muss saniert werden

Auf einer landseitigen FlĂ€che von rund 10.000 mÂČ entstehen drei ServicegebĂ€ude der Offshore-Windparkbetreiber (OWB) mit Werk- und Lagerhallen. An der Kaje des Vorhafens sollen ferner BootsanlegeplĂ€tze geschaffen werden, um den Schiffen Möglichkeiten fĂŒr deren GĂŒterumschlag zu geben. Zwingend erforderlich ist, dass die SĂŒdkaje im Vorhafen umfangreich saniert und ertĂŒchtigt wird. Sie hat aktuell eine GesamtlĂ€nge von circa 190 m, wobei circa 140 m im Eigentum der Gemeinde und circa 50 m im Eigentum des Bundes stehen. Dieser Kajenabschnitt wird vom Bund eigenverantwortlich saniert und ist nicht Teil des Gesamtinfrastrukturprojekts.

InvestorenflĂ€chen und SĂŒdkaje im Vorhafen

Nach Fertigstellung der SĂŒdkaje und der Vertiefung der WasserflĂ€che davor, soll der GĂŒterverkehr der Insel vom Binnenhafen dorthin verlagert werden. Auf der FlĂ€che unmittelbar an der SĂŒdkaje sollen UmschlagsflĂ€chen errichtet werden, um landseitig die GĂŒterlogistik sicherzustellen. Die dahinterliegende GewerbeflĂ€che wurde bereits erschlossen, um den Offshore-Windparkbetreibern die Möglichkeit zu geben WartungsstĂŒtzpunkte zu errichten. Entsprechende PachtvertrĂ€ge mit Energieversorgern hat der Auftraggeber bereits abgeschlossen. Sollten die im Eigentum der Gemeinde stehenden Kajenmeter als SchiffsliegeplĂ€tze fĂŒr Investoren nicht ausreichen, besteht die Möglichkeit, einen zweiten SĂŒddamm im westlichen Vorhafen zu planen.

Zahlreiche Teilprojekte

Des Weiteren soll unmittelbar sĂŒdlich des Hubschrauberlandeplatzes des Marinefliegergeschwaders 5 ein Heliport (AbstellflĂ€che und Hangar) entstehen, damit den OWB eine sichere Infrastruktur zur VerfĂŒgung steht. Eine Mitbenutzung des Hubschrauberlandeplatzes der Marineflieger ist nur eingeschrĂ€nkt möglich.

Auch Helgolands Binnenhafen muss saniert werden.

Ein weiteres Teilprojekt hat zum Ziel, den Binnenhafen Helgolands zu sanieren. Hauptaufgabe ist es, fĂŒr die Standsicherheit und Gebrauchstauglichkeit des SĂŒd-Ost-Ufers wiederherzustellen.

Der Binnenhafen bleibt in seiner Nutzung ein Multifunktionshafen, der einen uneingeschrĂ€nkten Zugang fĂŒr alle gewĂ€hrleistet. Das 125 m lange SĂŒdostufer befindet sich in einem sehr schlechten Zustand und ist teilweise abgesackt. Dies schrĂ€nkt die Nutzbarkeit des Binnenhafens aktuell als Multifunktionshafen erheblich ein.

Im sĂŒdwestlichen Bereich des Binnenhafens besteht eine Tankstelle fĂŒr die Sportbootschifffahrt. Diese soll dort auch zukĂŒnftig Sportboote, Börteboote etc. betanken. Die biologische Anstalt Helgoland des Alfred-Wegener-Instituts hat ihre Tauchstation am SĂŒdostufer des Binnenhafens. Zudem werden auch kĂŒnftig die HelgolĂ€nder Fischer, die HelgolĂ€nder Börteboote sowie (zeitweise) die Crew Vessels der Offshore-Windparkbetreiber dort Liegemöglichkeiten haben. Eine Nutzung fĂŒr alle zu gewĂ€hrleisten ist die Grundlage fĂŒr das Sanierungskonzept, mit der ErgĂ€nzung, dass bei EngpĂ€ssen im SĂŒd- und Vorhafen auch die Offshore-Windkraftbetreiber die Möglichkeit bekommen hier zu liegen.

Die verschiedenen Sohltiefen des Binnenhafens schrĂ€nken seine Nutzung stark ein. Durch sie ergibt sich eine starke TideabhĂ€ngigkeit – nur Boote mit einem geringen Tiefgang können den Binnenhafen ĂŒberhaupt nutzen. Um einen Multifunktionshafen fĂŒr alle zu schaffen, ist nach bisherigen Planungen eine Sohltiefe von NN -4,5 m erforderlich. Zudem existieren vor der Binnenhafeneinfahrt Untiefen, die beseitigt werden mĂŒssten. Die WasserflĂ€chen vor dem Binnenhafen liegen im Eigentum der Bundesrepublik Deutschland.

Konzept zur direkten Personenanlandung

Nach aktuellen SchĂ€tzungen sollen kĂŒnftig circa 400.000 Schiffsreisende pro Jahr zeitgemĂ€ĂŸ „abgefertigt“ werden. Eine direkte Personenanlandung wĂŒrde ein wettergeschĂŒtztes, barrierefreies Ein- und Aussteigen ermöglichen und das bisherige Ausbooten nicht mehr zwingend erfordern.

Um dies zu erreichen, wird aktuell eine Machbarkeitsstudie auf den Weg gebracht. Insbesondere wird darin der Ausbau der bestehenden LandungsbrĂŒcke geprĂŒft. Das Ergebnis der Machbarkeitsstudie bildet die Basis, um in konkrete Planungen einzusteigen.

Die Personenanlandung wird als Teil eines Gesamtkonzepts der Verkehrsanlandung entwickelt werden. Dieses soll die ArbeitsplĂ€tze und Börteboote erhalten. Verschiedene Hafenverkehrsdienste wie beispielsweise der Service der DĂŒnenfĂ€hre, Tourismusfahrten, Kreuzfahrt-Tendering, Hafenrundfahrten und Felswattfahrten werden in der Machbarkeitsstudie geprĂŒft.

Förderung durch das Land Schleswig-Holstein

Gefördert wird das Gesamtprojekt durch das Zukunftsprogramm Wirtschaft des Landes Schleswig-Holstein. Die Teilprojekte SĂŒdhafengelĂ€nde und SĂŒdkaje, Binnenhafen und Heliport haben zusammen ein Volumen von circa 30 Millionen Euro.

Bauarbeiten auf dem SĂŒdhafengelĂ€nde.

Bauarbeiten auf dem SĂŒdhafengelĂ€nde. Sie wurden Mitte 2013 abgeschlossen.

Nicht zuletzt aufgrund der Förderbedingungen zeichnet sich das Projekt durch einen straffen Zeitplan aus. Folge ist, dass viele Einzelmaßnahmen weitgehend zeitgleich vorbereitet und umgesetzt werden mĂŒssen. Da die Gemeinde Helgoland öffentlicher Auftraggeber im Sinne des Gesetzes gegen WettbewerbsbeschrĂ€nkungen ist, kommt hinzu, dass alle durch Dritte zu erbringenden Leistungen öffentlich ausgeschrieben und mit den Fördermittelgebern abgestimmt werden mĂŒssen.