Projekte

 

Ausbau der Helgoländer Häfen: Projekte und Teilprojekte

Seit 2010 kümmert sich die Hafenprojektgesellschaft Helgoland mbH (HGH) um das Projekt Ausbau der Helgoländer Häfen. Gegründet von der WEP (Wirtschaftsförderungs- und Entwicklungsgesellschaft des Kreises Pinneberg mbH) und der Gemeinde Helgoland, unterstützt sie diese bei den Herausforderungen, die Baumaßnahmen auf einer Hochseeinsel mit sich bringen. Dazu gehören Sanierungs-, Modernisierungs- und Umbauarbeiten in den verschiedenen Häfen und Hafenarealen der Insel.

Es gibt mehrere große Bauabschnitte, die jeweils in kleinere Teilprojekte gegliedert sind. Einen Überblick gibt es hier:

  1. Binnenhafen
  2. Helgolandkai, ehemals Südkaje (2016 abgeschlossen)
  3. Heliport (2015 abgeschlossen)
  4. Planstraßen (2013 abgeschlossen)
  5. Baureifmachung des Südhafengeländes (2013 abgeschlossen)

Neue Perspektiven für Hafennutzung, Wirtschaft und Freizeit

Im Frühjahr 2009 kamen die ersten Anfragen von Offshore-Windparkbetreibern, sich auf Helgoland anzusiedeln. Mit einer Lage von rund 40 km vor der deutschen Nordseeküste und einer Entfernung von nur 35 km zum HelWin-Cluster eignet sich die Insel nämlich besonders gut als Servicehafen für den Betrieb und die Wartung von Offshore-Windparks in der deutschen Nordsee. Eine historische Chance, wie sich herausstellte: Bisher beruhte die wirtschaftliche Zukunft der Insel auf den Bereichen Forschung und Tourismus. Nun gab es die Perspektive, neue Unternehmen nach Helgoland zu holen und langfristig zu binden.

Zunächst mussten dafür die richtigen baulichen Voraussetzungen geschaffen werden. Im Fokus dieser Baumaßnahmen stand und steht auch weiterhin die Multifunktionalität der erneuerten Hafenanlagen sowie ihre uneingeschränkte Nutzbarkeit. Damit verbunden sind auch neue Gestaltungskonzepte, die zu einem attraktiveren Inselbild beitragen und den Menschen frische Anreize zur Freizeitgestaltung bieten sollen.

Die Offshore-Windparkbetreiber haben den Stein ins Rollen gebracht, von dem heute alle profitieren. Mit dem Ausbau der Häfen wird der Insel Helgoland ein Weg in eine wirtschaftlich nachhaltige Zukunft ermöglicht.

Natur, Tourismus und das Leben auf der Insel

Während der Baumaßnahmen sollen Natur, Inselleben und Tourismus so wenig wie möglich beeinträchtigt werden. Das gilt auch für die Integration des neuen Wirtschaftszweiges Offshore-Service-Insel Helgoland in den Tourismusbetrieb. Ein Beispiel dafür, dass die Integration gut funktionieren kann, ist die Baureifmachung des Südhafengeländes 2013. Das Projekt wurde mit großem Interesse von Bewohnern und Gästen verfolgt. Gleichzeitig werden bis heute Ausflugsfahrten u. a. zum Offshore-Windpark-Gebiet des HelWin-Clusters angeboten – und auch sehr gut angenommen.

Kampfmittelräumung

Kampfmittel-Altlasten aus dem 2. Weltkrieg sind auf Helgoland immer noch ein großes Thema. Vor allem gegen Ende des Krieges wurde die Insel mit großen Mengen an Munition und Sprengkörpern kontaminiert: Am 18. und am 19. April 1945 gab es beispielsweise zwei große Angriffswellen, bei denen 1000 Flugzeuge der britischen Royal Air Force rund 7000 Bomben abwarfen. Danach war die Insel kaum noch bewohnbar. Exakt zwei Jahre später kam es am 18. April 1947 zum sogenannten „Big Bang“. Die Briten sprengten an diesem Tag die militärischen Bunkeranlagen Helgolands. Zuvor wurden die U-Boot-Bunkeranlagen im Südhafen und auch die Tunnelsysteme mit Munition aus den Weltkriegen gefüllt.  Um 13 Uhr wurde die Sprengung mit einer Kraft von 6,7 Kilotonnen durchgeführt und ging als bislang größte nichtatomare Sprengung in die Geschichte ein. Zwischen 1945 und 1952 diente die Insel den Briten nach erneuter Besetzung zudem als Übungs- und Sprenggelände.

Mit diesem „Erbe“ ist Helgoland bis heute belastet. Bei jeder größeren Baumaßnahme ist daher eine aufwendige, vorangehende Kampfmittelsondierung und -räumung verpflichtend, um die Sicherheit der Menschen zu gewährleisten. Die Sondierungen müssen sowohl land- als auch wasserseitig durchgeführt werden.

Eine historische Bildergalerie zum Thema Kampfmittel finden Sie hier.

Förderung durch die EU und das Land Schleswig-Holstein

Das Gesamtprojekt Ausbau der Helgoländer Häfen wird durch das Land Schleswig-Holstein und die Europäische Union (Europäischer Fond für regionale Entwicklung) gefördert. Nicht zuletzt aufgrund der Förderbedingungen zeichnet sich das Projekt durch einen straffen Zeitplan aus. Folge ist, dass mehrere Einzelmaßnahmen weitgehend zeitgleich vorbereitet und umgesetzt werden müssen. Da die Gemeinde Helgoland öffentlicher Auftraggeber im Sinne des Gesetzes gegen Wettbewerbsbeschränkungen ist, müssen außerdem alle durch Dritte zu erbringenden Leistungen öffentlich ausgeschrieben und mit den Fördermittelgebern abgestimmt werden.